Zum Teufel mit der deutschen Pünktlichkeit
Paul McCartney einer der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten der mit den Beatles bekannt wurde, hatte sich am Abend des 02. Dezember in Hamburg angesagt. Dort wo er mit den Beatles durch harte Arbeit und karge Lebensbedingungen akribisch am Aufstieg und der Legende der Beatles gearbeitet hatte, hat er auch seine bis Weihnachten andauernde Europatournee eröffnet.
Der Mittwoch veranlasste bereits zu bester Laune bei strahlendem Sonnenschein in Hamburg. Die Colorline Arena öffnete gegen 18:00 Uhr ihre Türen um die Fans einzulassen. Jedoch mussten sich diese bis ca. 20:30 Uhr vor den Türen des Innenraums gedulden. Aushängende Hinweiszettel wiesen darauf hin, dass aus produktionstechnischen Gründen das Konzert erst um 20:15 Uhr beginnen soll. Vor den Türen befand sich Wachpersonal. Man hörte Paul auch vorher schon spielen. Die Ordner wurden vom Publikum immer wieder aufgefordert doch die Leute einzulassen. Ihre Anweisung sah vor, den Einlass nach Aufforderung durch Lautsprecher zu beginnen.
Verständlich dass die Menschen sauer waren. So hatte man viel Geld, Zeit und Mühe investiert um den großen Meister, Sir Paul McCartney, in Hamburg live zu erleben. Soweit kann man das alles nachvollziehen.
Wer die Hintergründe kennt, gelangt vlt. zu einem etwas milderen Urteil. So hatte hatte am Vorabend Xavier Naidoo in der Colorline Arena ein Konzert gegeben. Jedoch schritten die Abbauarbeiten am Vormittag des 2.12. dann nicht so gut voran und das Team von Paul McCartney gelangte nicht rechtzeitig in die Halle für den Aufbau der eigenen Anlagen. McCartneys Show bot tolle Lichteffekte, Einspielungen von Videosequenzen und ein Feuerwerk, also man nimmt an, dass man Zeit braucht das alles aufzubauen und so einzustellen, dass es in der Colorline Arena auch entsprechende Wirkung entfaltet. Dafür gibt es dann am Ende den Soundcheck. Ich weiß nicht, wie lang man sonst für diese Prozeduren braucht. Auf jeden Fall hatte man wohl weniger Zeit als geplant zur Verfügung und das zum Auftakt der Tour, also am ersten Abend.
Paul McCartney jedoch wäre nicht da wo er jetzt ist, wenn er nicht entsprechend perfektionistisch gewesen wäre bisher. Die Show sollte genauso aufgeführt werden wie geplant und ein Künstler hat nach entsprechenden Vorbereitungsarbeiten auch Zeit für eine kurze Pause und zum Umziehen nötig.
Die Betonung liegt hier auf dem Wort Künstler.
Ein Mann, der alles erreicht hat, der Höhen und Tiefen des Lebens gleichermaßen kennengelernt hat. Ein Künstler dem im Leben nichts geschenkt wurde, der von der Queen zum Ritter geschlagen wurde, der sich für Nachwuchskünstler ebenso einsetzt wie er Engagement für die Umwelt zeigt. Hat er es verdient zu Beginn eines Konzerts mit Pfiffen und Buh Rufen empfangen zu werden?
NEIN! Vielmehr sollten wir uns freuen dass es ihn noch gibt. Dass er sich nicht zur Ruhe gesetzt hat, sondern dass wir erneut Gelegenheit bekommen haben, seine Kunst live zu erleben. Der Mann hat uns schon soviel gegeben. Konnte man über die Verspätung nicht einfach hinwegsehen und sich auf das nahende Konzerterlebnis freuen?
Ich habe versucht mich nicht von der Stimmungsmache mancher Zuschauer beeindrucken zu lassen, habe mich entspannt und auf das Konzert gefreut. Ich hab jede Minute die Sir Paul auf der Bühne stand genossen. Das Erlebnis an diesem Abend war einmalig, ein Highlight was mir ewig in Erinnerung bleiben wird. Danke dafür!
Den Besuchern der nächsten Konzerte des Sir Paul McCartney wünsche ich viel Spaß.