Unternehmen Onlineabi – Fast zwei Jahre durchgehalten!

Ob ich das auch noch ein wenig länger schaffe?

Eigentlich wollte ich ja wöchentlich hier schreiben. Die gute Nachricht ist, ich bin noch dabei. Soll heißen, ich habe noch nicht geschmissen, wie das der größte Teil der Mitschüler im Laufe der Zeit getan hat. Aus einem Kurs, der ca. 20 Leute zählte, ist ein Kurs mit nunmehr sechs Studierenden geworden. Eine junge Dame gesellte sich dabei erst zu Anfang des Schuljahres dazu.

Wie ging es mir die vergangenen Monate?

Ich empfinde es als großes Privileg in dem Alter diesen Schulabschluss nachholen zu dürfen. In Bezug auf meine Geschichte, ist das sicherlich auch nicht weiter verwunderlich. Das ist dann auch der Gedanke, der mich in schweren Zeiten weitermachen lässt.

Schwere Zeiten sind z. B. Zeiten in denen wir jede Woche Klausuren schreiben und man kaum noch weiß, wie man sich darauf wirklich vorbereiten soll. Man hat die zwei Präsenztage die Woche und dazwischen jede Menge zu tun. Dabei muss man sich einiges an Stoff selbst erarbeiten. Und man hat auch noch ein Leben neben der Schule, dass ganz schön zu kurz kommt dabei. Doch da muss man durch. Da ich kein Partymensch bin, ist auch das nicht weiter dramatisch.

Ohne viel Transferleistung zu Hause, wäre also an ein Abitur auf diese Weise nicht zu denken. Solche anstrengenden Phasen sorgen dann schon mal dafür, dass man Schlafprobleme bekommt. Das wirkt sich dann natürlich auf die Leistung aus. Wenn ich mittags eine Klausur schreiben muss und ich so aufgedreht bin, dass ich morgens um drei Uhr kein Auge mehr schließen kann, kommt unterm Strich nicht viel herum. Doch bisher hielten sich solch negative Erlebnisse glücklicherweise in Grenzen. Also, eigentlich klappt es ganz gut, solange die Gesundheit mitspielt – auch wieder so ein spezielles Thema bei mir. Doch zum Glück ging auch das, bis auf eine Schwächelphase zum letzten Jahreswechsel. Die Familie spielt auch soweit mit, Töchterlein ist eh froh, wenn Mama unten im Büro ist und sie ohne Aufsicht schalten und walten kann, solange Papa noch außer Haus ist.

Und so habe ich mich durch eineinhalb Schuljahre und jede Menge Stoff gearbeitet. Meine Feststellung hierbei ist, das Lernen geht nicht mal mehr so nebenbei vonstatten, wie es damals funktioniert hat. Wer hätte das gedacht nach 30 Jahren ;) ? Saßen die Vokabeln damals direkt beim Abschreiben, muss ich sie nun richtig lernen!

Auf die wenigen verbliebenen Mathebasics aufzubauen, ist ebenso kein Leichtes, vor allem weil man die meiste Zeit, allein über den Unterlagen sitzt. Am schwierigsten jedoch ist es, in all dem auch noch eine neue Sprache zu erlernen. Wir hatten die Wahl zwischen Französisch und Latein. Meine Wahl fiel eher intuitiv auf Latein. Ich arbeite gerne im Bereich der Logik und diese alten Sachverhalte zu lesen bzw. die Herkunft vieler heute gebräuchlicher Wörter kennen zu lernen, hat seinen Reiz.

Doch hier ist die Freude zur Zeit getrübt. Muss ich doch im Alter erfahren, wie es ist, eine Lehrkraft zu bekommen, die einen demotiviert. Meine Erinnerung muss schwer eingetrocknet sein, ich meine aus meiner Schulzeit, so etwas nicht zu kennen. Möglicherweise war ich nur zu naiv, um das mitzubekommen.

Latein hat mich sehr interessiert, doch seit diesem Halbjahr, verläuft der Spannungsbogen hier anders. Bisher hatten wir einen Lehrer, der sehr viel Verständnis aufbrachte für unsere persönlichen Lebensverhältnisse. Er war stets geduldig, korrekt, freundlich und hilfsbereit. Doch er ist zum Halbjahr in Rente gegangen und wir mussten uns umstellen.

Das ist gerade nicht so leicht. Ich bin heute ermahnt worden, weil ich während einer Erklärung der Lehrerkraft zu Sokrates, zu dem ich oh Grauen noch nicht viel wusste, doch tatsächlich im Wörterbuch etwas nachgeschlagen habe. Als wären wir nicht mitten in der Übersetzung eines Textes gewesen. Ist es dem erwachsenen Schüler wirklich nicht zuzutrauen, zuzuhören und gleichzeitig, eine Vokabel nachzuschlagen?

Der Rüffel schlug ein wie eine Granate! Und ich muss mich neu motivieren.

Auf geht’s Heike!

Es ist ein Privileg, den Abschluss nachholen zu dürfen!

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Eine Antwort auf Unternehmen Onlineabi – Fast zwei Jahre durchgehalten!

  1. f.lamberts sagt:

    Hi Heike,

    super, du bist noch dabei!
    Früher haben die Lehrer auch demotiviert, hasde nur nich mehr so präsent :-)
    Lateinlehrer, die nett sind, sind rare Ausnahmen! Hatte ein halb Dutzend davon…
    Is so, nicht persönlich nehmen, 4 gewinnt schlimmstenfalls und bald hast du es geschafft!!!
    thumbs up!

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